Kolloquium 26.04.2012

 

Anwendung eines geologischen Risiko-Geoinformationssystems (RisikoGIS) zum optimierten Risikomanagement

Vortragender: Dr. Tobias Ruldolph

(Eon Gas Storage, Essen)

Kurzfassung:

Die Verwendung von Geoinformationssystemen oder drei-dimensionalen Modellierungsprogrammen unter geologischen und hydrogeologischen Gesichtspunkten im Bereich des Risikomanagements ist eine Weiterentwicklung des Geographical Underwriting in der Versicherungsbranche. Das Wissen über die Geologie und die Hydrogeologie ist fundamental für die räumliche Analyse und das Verständnis, sowohl vorab von zu versichernden Objekten, als auch von Objekten während Abwicklung eines Schadenfalles (MELCHERS, RUDOLPH & COLDEWEY 2005). Diese Kenntnisse sind insbesondere entscheidende bei Schadensfällen, bei denen grundwassergefährdende Stoffe in den Untergrund gelangt sind und sich dort ausbreiten können. Denn nur durch die vorzeitige Kenntnis der Geologie und Hydrogeologie (Abb. 1), auch über die Grenzen des zu betrachtenden Objektes hinaus, können diese bei der Erstbewertung genutzt werden und zur Reduzierung bzw. Minimierung Schadenkosten beitragen.

Abb. 1: Karte des Modellgebietes mit den geologischen, hydrologischen und hydrogeologischen Verhältnissen in einer Tiefe von 0 m bis 2 m (nach COLDEWEY & SCHÜTZ 1990).

Die grundlegenden Kenntnisse und Erfahrungen in der Geologie und Hydrogeologie lassen sich einfach und kostengünstig in Geoinformationssystemen und drei-dimensionalen Modellierungsprogrammen darstellen, räumlich auswerten und mit Zusatzinformationen kombinieren und weiterentwickeln. Eine Bewertung und Klassifikation der geologischen Erkenntnisse mittels einer Entscheidungsmatrix ermöglicht die Festlegung von verschiedenen Handlungszonen (Abb. 2).

 

Abb. 2: Karte des Modellgebietes mit den Handlungszonen für eine Tiefe von 0 m bis 2 m.

Hierdurch ist für den Anwender eine bessere Beurteilung und Bewertung der gefährdeten Objekte möglich, das sich in einer optimierten und transparenten Kostenkalkulation, einem „Risikoadäquaten Pricing“, wiederspiegelt. Im Vortrag wird das grundsätzliche Konzept dargestellt und ein umfassender Einblick in die praxisnahe Anwendung sowohl für die Versicherungsbranche als auch für andere Industriebereiche wie zum Beispiel die Kohlenwasserstoff-Industrie gegeben.

 

Literatur

COLDEWEY, W.G. & SCHÜTZ, H.G. (1990): Untersuchungen der hydrogeologischen und hydrochemischen Verhältnisse kontaminierter Standorte.- Müll und Abfall, 1, 12 S., 10 Abb.; Berlin (ESV).

MELCHERS, C., RUDOLPH, T. & COLDEWEY, W.G. (2005): Geologische Aspekte der angewandten Risikobewertung. – Münster. Forsch. Geol. Paläont.; 100, 8 S., 7 Abb.; Münster.

 

 

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