Ziele und Inhalte der Reihe

Seit dem beginnenden Mittelalter setzte in weiten Bereichen des mitteleuropäischen Raumes eine zum Teil intensive über- und untertägige bergmännische Gewinnung von Bodenschätzen ein. Dieser Abbau der letzten 1.000 Jahre hinterließ zahlreiche tages- und oberflächennahe Hohlräume. Vor allem sind diese Relikte der bergmännischen Tätigkeiten in den traditionsreichen Lagerstättenrevieren vorzufinden.

Insbesondere die Standfestigkeit und Funktionalität der Grubenbaue unterliegen durch anthropogene und natürliche Einflüsse in Abhängigkeit von der Zeit grundlegenden Veränderungen. Beim Versagen der Standfestigkeit sind beispielsweise Tagesbrüche und Einsenkungen an der Tagesoberfläche typische Schadensbilder, die lokal katastrophale Größenordnungen annehmen und somit, je nach der Nutzung der Tagesoberfläche, ein hohes Risikopotential für Menschen und Sachwerte aufweisen können.

Die systematische und fachgerechte Untersuchung und Bewertung der zahlreichen Altbergbaurelikte mit ihren Schadensbildern und die Bewertung der möglichen Gefährdungspotentiale bilden die Grundlage für eine effiziente Sicherung und Sanierung. Diese Problemstellungen gewinnen durch die zunehmend intensivere und extensivere Nutzung der Tagesoberfläche stetig an Bedeutung.

Aber auch der gravierende Rückgang der Bergbautätigkeiten in Europa wirft verstärkt die Frage auf, welches Gefährdungspotential für die Tagesoberfläche von in Stilllegung befindlichen oder noch stillzulegenden bergbaulichen Betrieben ausgeht, denn es gilt der Grundsatz: Bergmännische Aktivitäten von heute sind der Altbergbau von morgen.

Die Bearbeitung der mit Altbergbau verbundenen sicherheitlichen, technischen und rechtlichen Probleme sind Aufgaben, die verschiedene mit dem Bergbau verbundene Kreise noch lange beschäftigen werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass altbergbauliche Fragestellungen verschiedene Fachdisziplinen ansprechen und die Lösungen nicht nur sicherheitliche und technische, sondern auch wirtschaftliche und politische Komponenenten enthalten.

Eine der wichtigen Fragestellungen betrifft die Sicherheit von alten Bergbaugebieten. Zu dieser Frage hat der Arbeitskreis 4.6 der Deutschen Gesellschaft für Geotechnik e.V. (DGGT) "Altbergbau- geotechnische Erkundung und Bewertung" Empfehlungen mit dem Titel "Geotechnisch - markscheiderische Untersuchung und Bewertung von Altbergbau" ausgearbeitet. Die Tätigkeit wird fortgeführt im Arbeitskreis "Altbergbau", der gemeinsam von der DGGT und dem Deutschen Markscheider-Verein e.V. (DMV) getragen wird.

Zielgruppe für das Kolloquium sind Beschäftigte aus den Bereichen Geotechnik, Markscheidewesen, Bergbau, Geologie und Bauingenieurwesen von Behörden, Ingenieurbüros sowie Lehr- und Forschungseinrichtungen. Ihnen soll Gelegenheit gegeben werden, neue Ergebnisse, Erkenntnisse, Arbeitsmethoden sowie technische Lösungen auf dem Gebiet der Erkundung, Bewertung, Sicherung und Verwahrung von untertägigem Altbergbau und sonstigen ehemalig bergmännisch aufgefahrenen Hohlräumen vorzustellen, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu pflegen.

Die Themenschwerpunkte der bisherigen Veranstaltungen waren

  • Erkundung, Bewertung und Dokumentation
  • Sicherung und Sanierung / Verwahrung
  • Hydrologie und Altbergbau
  • internationaler Altbergbau
  • rechtliche und wirtschaftliche Aspekte.

Bitte kontaktieren Sie die Veranstalter, wenn Sie Anregungen zu anderen altbergbaulichen Themen geben möchten.
Die Konferenzsprache ist deutsch. Vorträge in englischer Sprache sind willkommen.

Der Vortragsteil der Kolloquien wird ergänzt um eine Firmenausstellung sowie eine Posterpräsentation.

 

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