BAGIS VR Staßfurt

Analyse, Modellierung und Simulation rezenter Subrosionsprozesse in altbergbaulichen Hohlräumen mit Hinblick auf mögliche Steuerungsmaßnahmen

  • Teilprojekt im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten interdisziplinären Forschungsverbunds Entwicklung und Einsatz informationswissenschaftlicher Methoden zur Wirkungsanalyse, Prognose und Steuerung anthropogen beeinflusster Prozesse in Geosystemen
  • Laufzeit 10/01-12/03
  • Förderkennzeichen BU 1283 / 4-1
  • Projektleiter Univ.-Prof. Dr.-Ing. W. Busch

Problemstellung

Die Kreisstadt Staßfurt (Sachsen-Anhalt) wird auch als Wiege des Kalibergbaus bezeichnet. Ab 1861 wurde planmäßig Kali gewonnen. Um 1972 wurden Teilbereiche der Grubenbaue zum Zweck der Verwahrung geflutetet, was zu einem solegefüllten Hohlraum von ca. 20 Mio. m³ führte. Die Folge sind untertägige Salzlösungsvorgänge (Subrosion), die ursächlich zu Senkungen und Brüchen an der Tagesoberfläche führen. Aktuelle Schäden überlagern sich mit bereits eingetretenen Bergschäden. In diesem Zusammenhang sind vor allem drei Anfang des 20. Jahrhunderts gefallene Tagesbrüche zu nennen. Der Größte hat einen Durchmesser von 140 Meter und eine Tiefe von 40 Meter. Insgesamt sind in einem Bereich von ca. 200 ha Senkungen von über 6 Meter zu verzeichnen. Wegen der Bodenbewegungen sind bislang über 850 Gebäude abgerissen worden. In weiten Teilen hat sich die Tagesoberfläche bereits unter das Niveau des natürlichen Grundwasserspiegels abgesenkt, so dass lokal täglich 1000 m³ Wasser gehoben werden müssen. Dadurch kommt es, neben dem Problem der Vorflutversalzung, zu einer Selbstanregung der Subrosion durch Zufluss von Frischwasser. Zudem befinden sich im potentiellen Vernässungsbereich 26 chlororganische Ablagerungsstandorte der chemischen Industrie und des Kalibergbaus, sowie andere chemisch-toxische Ablagerungen.

Veröffentlichung (PDF)

 

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